Leben im Kindergarten

Räumlichkeiten
Der Waldorfkindergarten "Das Rübchen" ist in einem abgetrennten Teil der Grundschule Bovenden untergebracht. Er liegt zentral im Zentrum Ortes. Rathaus, Wochenmarkt (freitags nachmittags), Apotheke, "Gemüsegarten", Fleischerei, Buchhandlung, Post, Kinderärztin und andere Dienstleister sind zu Fuß in ein bis zwei Minuten zu erreichen. Verschiedene Supermärkte liegen auf dem Weg zum Kindergarten.

Im Erdgeschoss liegen u.a. die Garderode, Toiletten, Schlaf- und Bewegungsraum sowie das Büro. Im ersten Stock befinden sich die beiden Gruppenräume der "Roten Rüben" und der "Gelben Rüben", die jeweils über kleine Küchen verfügen, in denen die Kinder beim Zubereiten der Mahlzeiten helfen.

Die beiden Gruppenräume sind mit vorwiegend mit Holz und anderen Naturmaterialien eingerichtet. Es sind in beiden Räumen Hochebenen eingerichtet, auf denen die Kinder sowohl toben und klettern können, als auch kuschelige Ecken zum Zurückziehen finden.

Garten
Wir haben ein eigenes großzügiges Außengelände. Es finden sich dort sonnige Freiflächen, sowie von alten Bäumen beschattete Spielmöglichkeiten. Mehrere Hecken bieten wunderbare Entdeckungs- und Rückzugsmöglichkeiten. Verschiedene Außenspielgeräte, wie Rutsche, Doppelschaukel, Kletterpyramide, Stufenreck, drei Außenhäuschen, sowie eine große Sandkastenlandschaft mit integrierter Schwengelpumpe und Bachlauf und einem Hangbereich runden das Gartengelände ab.
Drei Hochbeete werden von den Kindern mit Hilfe der ErzieherInnen bestellt. Dazu gehört das Säen, Pflegen und nicht zu vergessen die Ernte. Auf dem Gelände befinden sich ebenfalls einige Obstbäume, deren Ernte in das pädagogische Konzept einbezogen wird.

Exemplarischer Tagesablauf

07:15 bis 07:45
Freispielzeit für die Kinder in der Frühbetreuung (Sonderöffnungszeit)

07:45 bis 09:30
Freispielzeit im Gruppenraum
Parallel dazu stehen den Kindern immer folgende Möglichkeiten zu Verfügung:
Malen mit Wachsmalblöcken und Stiften
Weben (jedes 5jährige Kind erhält einen eigenen Webrahmen)
jahreszeitliche Bastelangebote bzw. altersabhängige Bastelangebote
Frühstückzubereitung
Werken an der Werkbank
Je nach Wochentag: Eurythmie, Hengstenberg Turnen, Malen mit Aquarellfarben, Kneten mit Bienenwachsknete

09:30 bis 09:45
Gemeinsames Aufräumen

09:45 bis 10:15
Morgenkreis
Nach dem Aufräumen versammeln sich die Kinder im Stuhlkreis. 
Der Morgenkreis beinhaltet in der Hauptsache Elemente der musikalisch- rhythmischen, der sprachlichen, sowie der sozialen und ethischen Bildung.

10:15 bis 10:40
Gemeinsames Frühstück

10:40 bis 10:55
Anziehen in der Garderobe

10:55
bis 11:55
Freispielzeit im Außengelände

11:55 bis 12:10
Ausziehen in der Garderobe

12:10 bis 12:30
Abschlusskreis
Im Abschlusskreis wird eine Geschichte, ein Märchen über einen  längeren Zeitraum frei erzählt und mit Musik untermalt.

12:30 bis 12:45
Erste Abholzeit

12:30 bis 13:15
Gemeinsames Mittagessen der Nachmittagskinder und der Kinder die, die Mittagssonderöffnungszeit in Anspruch nehmen.

13:15 bis 13:45
Übergabe der Nachmittagskinder an die Betreuungskraft

13:45 bis 14:45
Mittagsruhe
Einschlaf, bzw. Ruheritual

14:45 bis 15.30
Freispielzeit im Garten

15:30 bis 15:50
Zwischenmahlzeit

15:50 bis 16:30
Freispielzeit
Verschiedene Bastelangebote

16:30 bis 16:45
Gemeinsames Aufräumen
Kleiner Abschlusskreis

Pädagogisches Leitbild - Wie Ihr Kind bei uns die Welt erkundet

Wir arbeiten angelehnt an den Orientierungsplan für Erziehung und Bildung herausgegeben von dem Niedersächsischen Kultusministerium
Grundlage des Pädagogischen Konzeptes ist die anthroposophische Menschenkunde, erweitert durch die aktuellen Wissensstände der Forschung aus der Elementarpädagogik.
Ausgangspunkt unseres Konzeptes ist die ganzheitliche Betrachtung des Kindes.

Kinder kommen als Individualitäten zur Welt, die sich mit ihren Begabungen, Neigungen, Interessen und auch Handicaps entwickeln und ihren eigenen Weg gehen wollen. Um diesen Prozess so gut wie möglich zu gestalten, brauchen sie kompetente erwachsene Vorbilder, liebevolle und sichere Beziehungsverhältnisse und ihre eigene Entwicklungszeit. Kinder sind lernfähige, lernfreudige und lernbereite Wesen. Ihre Entwicklungsfenster sind gerade in den ersten Jahren weit geöffnet. Daraus entsteht die Verantwortung, ihre Lebenswelt so zu gestalten, dass sie sich gesund entwickeln die Welt in ihren Zusammenhängen erkennen lernen Vertrauen in die eigenen wachsenden Kräfte und Fähigkeiten bekommen.

Der Waldorfkindergarten „Das Rübchen“ möchte die Entwicklungsbedingungen des einzelnen Kindes fördern und verbessern, ihm eine frohe, lernintensive und glückliche Kindergartenzeit ermöglichen.

Feste Gruppen

In dem Waldorfkindergarten „ Das Rübchen“ werden die Kinder in zwei festen Vormittagsgruppen und einer Nachmittagsgruppe betreut. Jedes Kind hat somit seine feste Gruppenzugehörigkeit.
Die Nachmittagsgruppe können Kinder aus beiden Vormittagsgruppen besuchen, so wird auch hier eine konstante Gruppenzugehörigkeit gefördert.
Gruppenübergreifendes Wahrnehmen und Miteinander findet in der Freispielzeit im Außengelände und bei den vielfältigen Festen und Veranstaltungen statt.
Im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung werden mit den Vorschulkindern gruppenübergreifende "Schulkinderprojekte" erarbeitet.

Ankommen - erste Tage im Kindergarten

Auf die Eingewöhnung jedes einzelnen Kindes legen wir ein großes Augenmerk. Einen Tag vor dem ersten Kindergartentag besuchen eine Erziehrin/ein Erzieher Sie und Ihr Kind zu Hause. Das fördert Vertrauen und begünstigt die Ablösung. Gleichzeitig können Sie Fragen klären und individuelle Aufnahmeregeln verabreden. In den ersten Tagen und Wochen können Sie Ihr Kind im Kindergarten begleiten, was sowohl Ihrem Kind als auch Ihnen die Sicherheit und Vertrauen schenkt und den Start in den Kindergartenalltag erleichtert.

Frühstück und Mittagessen

Bei uns werden Frühstück und Mittagessen gemeinsam mit den Kindern eingenommen.

Das Frühstück wird jeden Tag mit den Kindern frisch zu bereitet. Die Nahrungsmittel werden von dem örtlichen Naturkostladen geliefert. Das vollwertige Frühstück folgt einem wöchentlich wiederkehrenden Rhythmus. Die wochentägliche Wiederholung des Frühstückes schafft Sicherheit bei Ihrem Kind. Durch die Zubereitung des Frühstückes werden die Sinne geschult, soziale Interaktion gefördert und Gemeinschaft wird erlebbar. Sinnvolle Rituale begleiten das gemeinsame Essen. Einzelne Kinder decken den Tisch, andere helfen bei dem Abräumen und Säubern. Ein gemeinsamer Anfang mit einem Spruch und das gemeinsame Ende mit einem Danke sind selbstverständlich.

Das Mittagessen wird jeden Tag von der Firma "Bioküche Leinetal" (www.biokueche-leinetal.de) geliefert. Es wird ausschließlich aus biologisch angebauten Lebensmitteln zubereitet und entspricht der vollwertigen Ernährung. Das Mittagessen umfasst einen Salat, Hauptspeise und Nachtisch.
Selbstverständlich begleitet auch hier ein gemeinsames Ritual das Mittagessen. Die Kinder lernen das selbstständige Essen, Einschätzung des eigenen Sättigungsgrades und erfahren vielfältige Geschmacks, Geruchs- und Konsitenzerlebnisse. Der angemessene Umgang mit Lebensmitteln,  Tischregeln und soziales Miteinander und vieles mehr wird geübt.

Freies Spiel

Im Waldorfkindergarten „Das Rübchen“ legen wir großen Wert auf die Entfaltung des freien Spieles. Dazu bieten wir Ihrem Kind eine angenehme Umgebung, freie Entfaltungsmöglichkeiten und sinnvolle Spielmaterialen.

Im freien Spiel ist das Kind bei sich selbst, unterliegt keinerlei äußerer Ordnung, keinem vorgegebenen Zweck, keiner Weisung, sondern folgt dem eigenen Drang. Das Kind verinnerlicht im freien Spiel seine Welterfahrung und unzählige naturgesetzlich Zusammenhänge.
Wir setzen Spielmaterialen ein, die der unerschöpflichen Phantasie eines Kindes entsprechen. Dazu gehören Naturmaterialen, Bretter, Tücher und einfach gestaltete Spielsachen. Die Spielmaterialen sind frei von vorgegebenen Funktionen und ermöglichen dem Kind ein weites Betätigungsfeld zur Entfaltung seines schöpferischen Potentials. Das Kind verleiht dem Objekt eine bestimmte Bedeutung, dadurch entsteht eine von innen kommende Aktivität und das Vorstellungsvermögen gewinnt an Zuwachs. Dies ist eine der  Grundlagen für späteres schulisches Lernen. Durch das freie Spiel bildet sich das Kind eigenständig und gewinnt an Autonomie und Selbstvertrauen.

Rhythmus, Rituale und Werte

Durch immer wiederkehrende Rhythmen, die den Tagesablauf, den Wochenablauf und das ganze Kindergartenjahr durchziehen gewinnt Ihr Kind Sicherheit in seine Umgebung und in seine Selbstkompetenz. Rhythmische Zeitgestaltung fördert die Gesundheit und seelische Ausgeglichenheit.
Wiederkehrende Rituale helfen Ihrem Kind bei dem Wechsel von einem Abschnitt des Tagesablaufes zum nächsten zu gelangen.
Kinder brauchen Werte um sich in der Gesellschaft zu Recht zu finden. Dazu gehört als oberster Wert, dass sie in ihrer Individualität von den ErzieherInnen angenommen werden und Wertschätzung in ihrer Persönlichkeit erfahren.
Der Jahreslauf des Kindergartens orientiert sich an dem christlichen Weltbild und den christlichen Jahresfesten. Die religiösen Feste anderer Kulturen und Religionen finden ebenso im Kindergarten ihre Beachtung, werden gewürdigt und selbstverständlich respektiert.

Eurythmie

Einmal in der Woche kommt eine Eurythmistin in den Kindergarten. Sie begrüßt die Kinder in jeder Gruppe und führt dann jede Gruppe für sich in den Mehrzweckraum, um eine Eurythmiestunde mit den Kindern abzuhalten. Hierbei werden Sprache und Bewegung auf kindgerechte Art miteinander verwoben. Der Begründer der anthroposophischen Menschenkunde Dr. Rudolf Steiner bezeichnet die Eurythmie im Kleinkindbereich als „beseeltes Turnen“.

Hengstenbergturnen

Ebenfalls einmal in der Woche geht jede Gruppe, aufgeteilt in Kleingruppen von sechs bis acht Kindern in den Mehrzweckraum, um an Hengstenberggeräten Körperwahrnehmung, -beherrschung und -koordination zu erfahren. Die genannten Gesichtspunkte sind nur ein kleiner Teil, der dort lern- und förderbaren Möglichkeiten. Hengstenberggeräte sind Holzgeräte, die vielfältige Bewegungsmöglichkeiten bieten.

Natur- und Erkundungstag

Jede Gruppe hat einmal in der Woche einen Natur- und Erkundungstag. Nach dem Frühstück geht die Gruppe in die nahe gelegene Natur bis in den Wald. Der Weg führt oft an einem Teich vorbei, an dem jahreszeitlich abhängig Beobachtungen gemacht werden. Im Frühjahr entdecken die Kinder Kaulquappen, im Sommer laut quakende Frösche und im Winter beeindruckt das Gewässer mit einer Eisfläche. Der Jahreslauf ist ebenso auf der öffentlichen Obstwiese zu erleben, die die Kinder im Frühjahr mit Löwenzahn begrüßt und sie im Sommer mit der Ernte von Kirschen, Äpfeln und Birnen belohnt. Im Herbst schenkt sie ihnen Nüsse, Hagebutten und Kastanien. Im Wald kann gebaut und immer wieder Neues entdeckt werden.

Vorschulkinderwandern mit Ponys

Für die Vorschulkinder wird der gruppenübergreifende ganztägige Wandertag angeboten. Die Gruppe geht morgens um 8.00Uhr mit einem Rucksack gefüllt mit Frühstück auf Wanderschaft. Als besonderes Angebot des Kindergartens begleitet eine Reittherapeutin mit zwei Ponys den Ausflug. Die Kinder werden an den Umgang mit Tieren herangeführt. Die Ponys werden morgens begrüßt, geputzt, gestriegelt, die Hufe werden gesäubert und dann geht es gemeinsam auf die Reise. Die Kinder dürfen abwechselnd auf dem Pony reiten und es führen.

Vorschulkinderprojekte

Zusätzlich zu dem gruppenübergreifenden Wandertag finden im letzten Kindergartenjahr spezielle längerfristige Vorschulkinderprojekte statt. Diese werden sowohl Gruppen intern, wie auch Gruppen übergreifend angeboten. Es handelt sich hauptsächlich um verschiedene festgelegte Werkangebote, die über einen größeren Zeitraum erstellt werden. Es werden damit die für die Schulreife benötigten Fertigkeiten geübt. Auch der zeitliche Angebotsrahmen unterliegt einer festgelegten Zeit, so dass die Kinder behutsam an ein zielgerichtetes und zeitlich umrissenes Lernen auf Anforderung vorbereitet werden. Das letzte Kindergartenjahr in einem Waldorfkindergarten wird als das Königsjahr bezeichnet. In diesem Sinn haben die Schulkinder besondere Rechte, aber auch Pflichten gegenüber sich selbst und der Gemeinschaft.

Geburtstag

Der Geburtstag jedes Kindes ist für alle ein ganz besonderer Tag. Das Geburtstagskind wird an diesem Tag auf besondere Art geehrt und geachtet.
Morgens wird Ihr Kind mit einem Lied und einer goldenen Geburtskrone begrüßt. Vor ihm steht ein kleiner Geburtstagstisch, geschmückt mit Kerzen, dem entzündeten Lebenslicht, einem Blumenstrauß und einem Geschenk vom Kindergarten.
Zuerst werden zwei  Geburtstagskuchen gebacken. Einen nimmt Ihr Kind mit nach Hause, der andere wird von allen gemeinsam zum Frühstück gegessen.
Im Morgenkreis wird ein Geburtstagsreigen gemacht und das Frühstück findet an einer schön geschmückten langen Geburtstagstafel statt. Sie sind als Eltern an diesem Tag herzlich eingeladen am Abschlusskreis teilzunehmen. Es wird eine besondere Geburtstagsgeschichte erzählt und zum Abschluss bekommt Ihr Kind sein Geschenk feierlich überreicht.

Besonderer Blick auf unter dreijährige Kinder

Selbstverständlich kann ein Kind unter drei Jahren nicht an allen Teilen des Tagesablaufes teilnehmen und auch nicht durchgängig in das Spiel, bzw. die Angebote der Gruppe eingebunden werden.
So gibt es in jedem Gruppenraum, extra für die kleinen Kinder, eingerichtete Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten. Ebenso wird an das Spielmaterial für unter dreijährige Kinder besondere Anforderung hinsichtlich der Sicherheit, den Bedürfnissen und der vorrangigen Verfügbarkeit für diese Altersgruppe gestellt.
Im Außengelände sind spezielle Spielmöglichkeiten für kleinere Kinder geschaffen. Das Außengelände lässt die Einrichtung eines geschützten Freiraumes problemlos zu, so dass  kleine Kinder bei Bedarf in Ruhe ihrem Spiel nachgehen können.

Feste im Jahreslauf

Regelmäßig werden im Kindergarten folgende Feste gefeiert:
Fasching, Ostern, Pfingsten, Sommerfest, Schulkinderverabschiedung, Erntefest, Laternenfest, Martinsmarkt, Adventsgärtlein, Nikolaus, Adventsfeier

Ausflüge

Der Waldorfkindergarten macht mit den Kindern regelmäßige Ausflüge:
Bauer Pape in Ebergötzen am Seeburger See
Käsehof Landolfshausen (Ziegen und Lämmer)
Biohof Wedemeyer (Kartoffelpflanzen im Frühjahr, Kartoffelernte im Herbst)
Drachensteigen im Herbst
Besuch der örtlichen Feuerwehr
Schulkinderausflug  (wechselnde Ziele)
Besuch wechselnder Bio-Bauernhöfe (z.B. Milchwirtschaft)
Besuch bei der örtlichen Zahnärztin

Elternabende

Die Arbeit mit den Eltern findet bereits während der Aufnahme eines Kindes statt. Sie setzt sich über Tür- und Angelgespräche und Elternberatungsgespräche, -entwicklungsgespräche, bis hin zu regelmäßigen Elternabenden fort.

Die Mithilfe der Eltern ist im Vereinsleben jedoch auch als tatkräftige Hilfe gefragt. Der Kindergarten entspricht in seiner Konstruktion einer Elterninitiative, wird also von Eltern und durch sie getragen. Dies erfordert Interesse an dem Kindergarten und dem dazugehörigen Verein.
Aber auch praktische Mithilfe von Eltern wird gerne angenommen und ist Teil der Gemeinschaft Kindergarten.
So gibt es Gartentage, Putz- und Aufräumaktionen, Mithilfe bei den Festen und manches mehr.